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Praktika 2015 4

Zeigen sich stolz, dass die vertiefte Berufsorientierung an den Mittelschulen ein echtes Erfolgsmodell geworden ist: Silvia Schlegelmilch (Elternbeirat GS), Sandra Reßmann (Elternbeirat MS), Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus, stellvertretender Landrat Michael Ziegler, Thomas Stelzer (Agentur für Arbeit), Rektorin Hannelore Glass, Schulamtsdirektorin Ulrike Brech, Thomas Zeller (bfz-Leiter), Frau Leone (bfz), Lehrerin Anna Farmand und Netzwerkbetreuerin Katrin Wolter (von links). Bild: Christiane Reuther

Abschluss der Berufsorientierung an der Dreiberg-Schule Knetzgau

Die Berufswahl gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben und die ist wahrlich nicht einfach. Welche Berufe gibt es? Wer bietet einen Ausbildungsplatz? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? Wie sehen die Arbeitszeiten aus? Was verdiene ich? Fragen, die junge Menschen und auch dessen Eltern beschäftigen. Im Rahmen der Berufsorientierung fand für 20 Achtklässler der Dreiberg-Schule Knetzgau und ihrer Lehrerin Anna Farmand mit der Ausstellung „Praktika“ der krönende Abschluss statt. Unter Anwesenheit der tragenden Säulen der Berufsorientierung und zahlreichen Gästen konnte man am Dienstagabend im Pfarrzentrum von Oberschwappach die Früchte sehen, die in den letzten beiden Jahren in dieser Klasse in Sachen praktischer Berufsorientierung gereift waren.

 

Rektorin Hannelore Glass freute sich, dass man seit Jahren auf ein solides, gemeinsames und angemessenes Konzept Zugriff habe, um die anvertrauten Schüler ausbildungsfähig machen zu können. Neben den Grundpfeilern der Berufsorientierung mit der Agentur für Arbeit, dem Staatlichen Schulamt und dem berufsbildenden Fortbildungszentrum Schweinfurt (bfz) galt ein besonderer Dank den Firmen und Betriebsinhabern, die es donnerstags ermöglichten, dass die Schülerinnen und Schüler der Dreiberg-Schule ihr Praktikum in den Betrieben ableisten durften.

In seinen Grußworten hob stellvertretender Landrat Michael Ziegler die Wichtigkeit der Mittelschulen hervor. Diese würden hervorragende Arbeit leisten, um Schülerinnen und Schüler intensiv bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Ziegler zeigte sich stolz, dass die vertiefte Berufsorientierung an den Mittelschulen ein echtes Erfolgsmodell geworden sei, auf dass so manch anderer Landkreis neidisch blicken würde.

Das Modell sieht vor, dass ab der siebten Klasse die Schüler gezielt erkunden, wo ihre eigenen Talente und Stärken liegen. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem bfz Schweinfurt in der ehemaligen Berufsschule Ebern die Berufsorientierungs-Werkstätten (BEO) eingerichtet. Dort erhalten die Jugendlichen einen Einblick in verschiedene Ausbildungsbereiche – über Wirtschaft und Technik bis hin zu Kosmetik und Gartenbau – und sie erlernen handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Schüler können geeignete Berufsfelder ausprobieren, um herauszufinden, ob die Vorstellungen vom Traumberuf tatsächlich realistisch sind.

Für Fabio Schäfer ist der Beruf des Feinwerkmechanikers offensichtlich der Traumberuf. Er hatte sich schon immer gern mit den Werkstoffen Holz und Metall zu Hause beschäftigt. „Die Metallbranche liegt mir“, berichtete der 14-Jährige. In einer Präsentation stellte er nicht nur den Betrieb vor, bei dem er sein Praktikum machen durfte, sondern die Dienstleistungen, Infos über den Beruf des Feinwerkmechanikers, Verdienstmöglichkeiten und die Materialien, mit denen gearbeitet wird. Der Mittelschüler durfte feilen, bohren, die Drehbank bedienen und vieles mehr. Dies hatte er nach einer Woche zur Orientierung und einem halbjährigen Praxistag im Betrieb einmal in der Woche erlernt.

Das Konzept in der achten Klasse sieht vor, dass auf die Erfahrungen im BEO aufbauend jeweils zwei Praktika in Betrieben – jeweils ein halbes Jahr lang, einen Tag in der Woche folgen. Mit diesem Praktikumstag über einen längeren Zeitraum hinweg können Brücken zum Arbeitsleben gebaut werden. Denn manchmal ist doch nicht der „Traumberuf“ dabei, wie Anna Klement erzählte. Sie hatte ein Praktikum als Friseurin und als Kinderpflegerin absolviert. Auch wenn beides Spaß gemacht habe, würde sie dem Beruf der Kinderpflegerin den Vorzug geben. Denn in ihrem Praxisalltag als Friseurin hatte sie sehr schnell gemerkt, dass ihr die Geschicklichkeit, wie etwa beim Flechten, fehle.

Von seinen Erfahrungen als Einzelhandelskaufmann in einem Getränkemarkt in Knetzgau hatte Marcel Ruß berichtet. Vom Leergutabsetzen bis hin zum Auffüllen der Getränkebestände durfte der Jugendliche alles machen. Daniel Klauer, der ihn während seines Praxistages als Mitarbeiter des Getränkemarktes unter die Fittiche genommen hatte, um die Aufgaben zu vermitteln, war auch bei der Abschlussveranstaltung dabei. Er sprach seinem Praktikanten ein Lob aus. Der Praktikumstag bringt auch für die Betriebe Vorteile mit sich, um so frühzeitig das Interesse der Jugendlichen zu wecken. Letztendlich trägt die erweiterte und vertiefte Berufsorientierung mit dazu bei, den Fachkräftenachwuchs im Landkreis zu sichern und den Fachkräftemangel zu mindern.

Seit Juni 2015 gibt es eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Bayerischen Staatsministerin Ilse Aigner für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und der Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft mit dem Ziel, die Chancen der Beruflichen Bildung für junge Menschen zu erhöhen. Dankbar und ein bisschen stolz zeigte sich Schulamtsdirektorin Ulrike Brech, dass man diesen Dialog in den Haßbergen schon länger und gut führe, wir ihr die Veranstaltung deutlich zeigte. 

(Den Text stellte uns Christiane Reuther zur Verfügung. Weitere Bilder von ihr in unserer Bildergalerie!)